| Der Hochzeitssketch |
| 1. Szene Ansage: | Wir möchten Ihnen nun einen Sketch zeigen, der aus 4 Szenen besteht. Im Mittelpunkt der 1. Szene steht ein junges Paar Mitte 20, welches gerade geheiratet hat und am Frühstückstisch sitzt. |
| SIE: | (mit zarter Stimme) Hast du gut geschlafen, mein Schatz? |
| ER: | (ebenfalls mit zarter Stimme) Selbstverständlich, wo ich dich doch neben mir weiß. |
| SIE: | Möchtest du noch ein Brötchen, Liebster? Schau, ich hab auch deine Lieblingsmarmelade gekauft. |
| ER: | Hmmm lecker, schön, wie du mich umsorgst. Ich bin so froh, dass es dich gibt. So könnte es für allezeit weiter gehen. |
| SIE: | Glaube mir, es wir für immer so weitergehen. Solch eine große Liebe wird nie zu Ende geh'n. Unsere Enkel werden noch von unserer Liebe sprechen. |
| ER: | Wie schön du das gesagt hast, meine Liebe. Sollen wir heute etwas schönes unternehmen. Ich könnte dir auch zuerst den Rücken massieren, denn ich glaube, du hast gestern etwas Zug bekommen. Aber ich decke nur schnell den Tisch noch ab. In der Zwischenzeit kannst du dir ja überlegen, was dir am besten gefällt (er steht vom Tisch auf und tritt hinter sie) |
| SIE: | (umfasst seine Beine nach hinten) Oh, mein liebster Schatz! |
| ER: | (kuschelt sich weiter an sie heran) Vielleicht sollten wir das alles erst einmal stehen lassen… Was meinst du, wir könnten... |
| SIE: | (ganz verliebt schaut sie ihn an) Ja, mein Schatz, komm gleich mit… (sie steht auf und beide verlassen eng umschlungen die Bühne |
| 2. Szene Ansage: | Nun folgt die 2. Szene, beide sind jetzt Mitte 30. |
| Die beiden Kinder Paula und Max treten in dieser Szene auf, beide aber ohne etwas zu sprechen. Beide Kinder reagieren aber immer auf das Geschehen und sitzen am gedeckten Tisch. Die Ehefrau trägt einen Bademantel und hat die Haare verwuschelt. Der Ehemann trägt einen Anzug und neben seinem Platz steht eine Aktentasche. Beide wirken gestresst und angestrengt und etwas übermüdet. Sie sitzten beide, er springt kurz auf und setzt sich dann wieder und ließt die Zeitung. |
| SIE: | (sie spricht die Kinder an, die etwas genervt sind) Paula, hast du dein Zimmer aufgeräumt? Wenn nicht, dann schmeiße ich alles auf eine Haufen und werfe es in die Mülltonne. Und du Max, hast du deine Hausaufgaben gemacht? Zeig mir bitte noch mal schnell deine Deutschaufgaben. |
| ER: | Hast du meine Sportsachen gewaschen? Heute komme ich übrigens später nach Hause, da ich noch ins Fitnessstudio gehe (sie schüttelt den Kopf und verdreht die Augen). Wieso guckst du so, ich bin mir ganz sicher, dass ich dir das gestern schon erzählt habe. Du weißt doch, dass Mittwochs mein Sporttag ist. Ich wollte dich auch noch an morgen erinnern, da ist das Geschäftsessen. Bitte sei jetzt nicht direkt sauer, aber könntest du vorher noch beim Frisör vorbei schauen? |
| SIE: | Morgen! Da ist doch der Elternabend! Du weißt doch, die Lehrerin von Max behandelt mich immer… Paula, räum endlich dein Zimmer auf und zieh dir schleunigst einen längeren Rock an. Mit so einem kurzen Rock wäre ich damals noch nicht mal in die Disco gegangen (Paula verlässt genervt die Küche). Nun sag doch auf mal was Karl-Heinz. Deine Tochter macht sich hier… |
| ER: | (er unterbricht sie) Wo ist meine Sporttasche? Und mit dem Elternabend, wann war der noch? |
| SIE: | Freitag, diesen Freitag! (Max verlässt ebenfalls den Raum) |
| ER: | Das geht ja gar nicht, wie stellst du dir das vor? Ich muss schließlich das Geld für uns verdienen und da kannst du ja wohl den Elternabend übernehmen. Das schaffst du schon alleine. |
| SIE: | Max, du hast dein Frühstück vergessen. Pau---la! Die Rollerskates bleiben hier und das Nintendospiel ebenfalls. |
| ER: | (steht bereits und hält die Aktentasche in der Hand) So kann ich doch nicht planen! Um Himmels willen, wieso läuft hier nur immer alles so schief. (verlässt den Raum und kommt eilig zurück, gibt ihr einen Kuss auf die Wange und verlässt den Raum wieder ganz zügig) |
| SIE: | (ruft ihm hinterher) Wann hast du denn Mittagspause, dann können wir ja nochmal telefonieren… |
| 3. Szene Ansage: | Weitere 10 Jahre, das Paar ist jetzt Mitte 40 und beide sind berufstätig. |
| Sie trägt ein schlichtes Kostüm und eine Mantel. Beide halten eine Kaffeetasse in der Hand und stehen neben dem Tisch. Sie wirken bei sehr in Eile. Neben dem Tisch stehen 2 Aktentaschen. |
| ER: | (redet eher mit sich selbst) Ich darf heute nicht vergessen, dass ich mit Müller die E-Mails von Schmitt prüfen wollte. |
| SIE: | Hast du an die Inspektion des Wagens gedacht und das wir eine Leihwagen für diese Zeit bekommen? Ich komm heute nämlich später nach Hause. Wir müssen zuerst noch die Verträge rausschicken und Peters muss noch die Entwürfe absegnen. Wenn das fertig ist wollen wir noch rüber zur Vernissage von Antonio. Lust habe ich ja keine, aber ich muss mich da mal blicken lassen. |
| ER: | (redet wieder eher zu sich selber) Mein Gott, der Wagen. Kannst du das nicht doch erledigen? Du weißt doch, heute kommen die Bosse aus der New York und bleiben 3 Tage. Da fällt mir ein, ich muss das Hartmännchen fragen, ob sie die Karten für die Gala bestellt hat. Du hast doch nicht vergessen, dass du bei der der Gala dabei sein solltest? Ich weiß sonst nicht mehr wie ich dass erklären soll, dass du die letzten 4 Male schon nicht dabei warst. Die meinen ja schon wir haben ein Problem miteinander. |
| SIE: | Wann war das noch? |
| ER: | Donnerstag. Vorher muss ich noch Reynolds in Berlin anrufen, damit die Verhandlungen dort nicht aus dem Ruder laufen. |
| SIE: | Wir müssen uns noch überlegen, was wir Lisa zur Hochzeit schenken. 3 Jahre ist sie nun schon aus dem Haus. Ich versteh das einfach nicht, dass Kind macht sich unglücklich. Wie kann man nur einen solchen Typen heiraten, der nur seine Kunst im Kopf hat. Und sie studiert doch noch! Wovon wollten die beiden denn leben? Na ja, was auch immer.. ich könnte bei Antonio gucken, ob der eine Skulptur…was hälst du davon, wenn wir… |
| ER: | Skulptur hast du gesagt? Was meinst du damit? (und winkt ab) Ja mach ruhig, damit kennst du dich viel besser aus. |
| SIE: | (guckt auf die Uhr) Hilfe, ich muss los! Ich habe mich letzte Woche schon zu dem Termin mit Peters verspätet. Schatz denkst du an den Wagen? (verlässt eilig den Raum) |
| 4. Szene Ansage: | Weitere 15 Jahre sind vergangen, beide sind jetzt ca. 60 Jahre alt und Rentner. |
| Wie in der 1. Szene. Sie sitzt im Frotteemantel am Frühstückstisch, er kommt ebenfalls im Frotteemantel dazu. Am Tisch stehen 2 Stühle. Die Haltung ist leicht gebeugt und beide bewegen sich etwas langsamer. |
| ER: | Hallo Liebling, du bist ja schon wach. Wie schade, ich wollte dir gerne das Frühstück ans Bett bringen. Das magst du doch so gerne. |
| SIE: | (gibt ihm einen Kuss) Du bist so lieb, dass hätte mir bestimmt gefallen. Aber ich konnte nicht mehr liegen, mein Rücken tat mir so weh. Und da dachte ich mir, ich back die Brötchen schon mal auf. Das liebst du doch so (er setzt sich an den Tisch, ganz nah zu ihr) |
| ER: | Aber am meisten liebe ich dich. |
| SIE: | (sie schaut ihn verliebt an) Und? Hast du gut geschlafen, mein Schatz? |
| ER: | Ja, sehr gut, Liebling. Ganz besonders gut, wo ich dich weiß, dass du ganz nah neben mir liegst. Besonders dein leises süßes Schnarchen beruhigt mich immer sehr. (er nimmt sein Gesicht in seine Hände und küsst sie) Du bist eben das beste Mittel gegen meine Schlafstörungen. |
| SIE: | Möchtest Du ein Brötchen, Liebling. Ich habe auch deine Lieblingsmarmelade gekauft. |
| ER: | (er seufzend) Oh ja, Erdbeermarmelade, lecker. Von manchen Dingen kann man nie genug bekommen, Erdbeermarmelade zum Beispiel und solch ein Frühstück in aller Ruhe mit dir. |
| SIE: | Was meinst du Schatz, sollen wir nicht die Brötchen und den Kaffee nehmen und weiter im Bett frühstücken. |
| ER: | Was für eine tolle Idee mein Schatz. Und weißt du was, wir bleiben heute den ganzen Tag im Bett (und sie schauen sich dabei ganz verliebt an). |
| SIE: | Das wird wohl nicht's meine Liebling. Gegen Mittag stehen bestimmt wieder die Kinder vor der Tür und bringen uns die Kleinen, damit sie in Ruhe einkaufen gehen können. |
| ER: | Schatz, du weißt wie gerne ich unsere Enkelkinder habe, aber heute bitte nicht. Wir machen einfach die Tür nicht auf (beide nehmen sich die Brötchen und den Kaffee und gehen Arm in Arm kichernd ins Schlafzimmer). |