| Der Hochzeitssketch |
| ER: | (der Mann tritt auf die Bühne und begrüßt seine Frau mit einem Kuss) Hallo und auf Wiedersehen mein Schatz! Ich muss gleich noch mal weg. |
| SIE: | (spricht ganz liebevoll) Auch ein Hallo, mein Schatz. Warum kommst du denn so spät? Und dann musst du auch gleich wieder los? |
| ER: | (ganz beiläufig) Ich brauche mal deinen großen Wagen. |
| SIE: | (belustigt) Was hast du denn vor? |
| ER: | Ich sagte doch, ich muss noch mal kurz weg --- in den Baumarkt! |
| SIE: | Wieso in den Baumarkt? |
| ER: | Ich brauche halt einen Eimer Farbe, Pinsel, eben solche Dinge. |
| SIE: | (nun doch etwas verwundert) Was willst du holen? Wozu denn? Momentan habe wir mit den Hochzeitsvorbereitungen doch genug zu tun. Warst du eigentlich schon bei meinen Eltern? (nun mit strengerem Tonfall) Du weißt doch wie wichtig es meinem Vater ist, dass die Formen eingehalten werden. Auch wenn er es nicht ausspricht, er möchte schon, dass du bei ihm um meine Hand anhälst. Schließlich stand er auch dammals mit Blumen vor der Tür meinem Opa's und hat um die Hand meiner Mutter angehalten. Ich weiß genau, dass er auch ganz nervös damals war. |
| ER: | (etwas verlegen sprechend) Ich will halt die Wand streichen! |
| SIE: | Welche Wand willst du streichen? |
| ER: | Na die Wand in der Küche deiner Eltern. |
| SIE: | Was soll das denn jetzt? Das kann mein Vater doch selber machen, schließlich ist er Rentner und hat alle Zeit der Welt. Wir sollten lieber mal die Zeit nutzen und in die Stadt fahren, um Ringe zu kaufen. (etwas verwundert und zu sich selbst sprechend) Und er redet vom Wändestreichen. |
| ER: | Ach was, dein Vater hat im Moment so viel um die Ohren. |
| SIE: | (ganz erstaunt) Was?!? Wiese?!? Was hat er um die Ohren? |
| ER: | Er schafft das doch alles garnicht so alleine, dass dauert doch alles länger, wenn man selber einkaufen und kochen muss, den Garten machen und die Wäsche waschen. Und dann noch die ganze Fahrerei. |
| SIE: | (nun sehr ratlos) Welche ganze Fahrerei? |
| ER: | (immer noch ruhig und ganz nebenbei) Na der Weg ist doch ganz schön weit, da ist man nicht in einer halben Stunde. Und schon garnicht mit einem Stock. |
| SIE: | Mit was für einem Stock denn? |
| ER: | Na, der Krückstock, ohne den wär er doch vollkommen aufgeschmissen. |
| SIE: | (macht sich nun doch langsam starke Sorgen) Aufgeschmissen? Mein Vater hat doch letztes Jahr noch einen Marathon gelaufen, erinnerst du dich?!? Und welchen Weg meinst du eigentlich? Mein Vater ist doch am liebsten Zuhause. |
| ER: | (weiterhin ganz ruhig) Na, ins Krankenhaus, das ist schließlich nicht um die Ecke. Hier im Krankenhaus, gibt es ja schließlich keine Orthopädieabteilung. |
| SIE: | (bewegt und spricht nun etwas hektischer) Orthopädie? Was macht er denn da? |
| ER: | Na, deine Mutter besuchen. |
| SIE: | (der Tonfall wird lauter) Was ist mit meiner Mutter? |
| ER: | (allwissend) Tja, so ein Trümmerbruch im Fußgelenk, dafür benötigt man halt Fachleute, das können die hier im Krankenhaus halt nicht. |
| SIE: | Trümmerbruch? |
| ER: | (erklärend) Na, als sie so mitten auf deinen Vater fiel hat das ja auch ganz schön geschäppert. |
| SIE: | (schon fast schrill und sehr viel lauter) Meine Eltern sind übereinander hergefallen? |
| ER: | Also wenn man in dem Alter so ein Freudentänzchen wagt, dann sind damit schon einige Risiken verbunden. |
| SIE: | (ist nun ganz verwirrt) Was ist denn nur passiert? |
| ER: | (immer noch ruhig Stimme und versucht zu erklären) Hoch mit dem Bein, und dann war es auch schon passiert. Die ganze Kirschsuppe mit einem rutsch vom Herd gezogen und mitten über die Wand verstreut. Und ich sag noch zu deinem Vater, nun mal langsam … ich pass schon auf die Hand deiner Tochter auf, passt ihr mal lieber auf eure Beine auf (schaut dabei sinnierend vor sich hin). - Da ist es doch selbstverständlich, dass ich jetzt die Wand streiche! Und? Kann ich das Auto jetzt haben? |
| SIE: | Ja sicher! Aber ich fahre mit! (Und bei treten von der Bühne ab). |